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Hallo Leute, ich hatte ja versprochen mal was über meinen Hot Rod zu schreiben, hier ist es nun, wird aber glaub ich ein bischen länger.
Angefangen hat alles als ich ca. 17 Jahre alt war, also ca. 1980. Ich wurde mit American Graffiti infiziert und beschloß, so ein Auto ( Millners Rod natürlich ) mußt du haben, was zu der Zeit natürlich nur ein Traum sein konnte. Dass das Ganze mal zu meinem Lebenstraum und zu meiner Lebensphilosophie werden könnte wußte ich damals noch nicht.
Nachdem einige Zeit ins Land gegangen war erzählte mir mein Freund Mecke, dass der " Kramer " das Auto " rübergeholt " hat, dass ich suche. Dazu ist zu sagen, der " Kramer ", in echt Peter Kramer, war zu damaliger Zeit Altwagenhändler hier an meinem Wohnort in Dortmund-Wellinghofen, also vor der Haustür.

Das InterieurDer "Harrison Rod"


 

 

 


Ich also sofort dahin, nichts böses ahnend, sah ich mich dann einem mehr als
unfreundlichem " Kramer " gegenüber, so unter dem Motto " Wer nichts kauft ist auch nicht willkommen ! " und war erst einmal geschockt.
Was ich dann zu sehen bekam entschädigte für alle Unbilden.
(s. Fotos " Chrom und Flammen 2/85 " )

Der "Harrison Rod"

Die Fotos geben in etwa Das wieder, was ich, eben in Farbe, gesehen habe und der Zustand des Fahrzeugs war, bis auf den Innenraum, recht gut.
Der Schock kam dann ( wie überraschend ) als ich mal leise angfragt habe ob überhaupt und zu welchem Preis der Wagen wohl möglicherweise zu kaufen wäre, " um die Geschichte zu verkürzen ", hörte ich in den folgenden 15 Jahren nur so etwas wie 50.000.- Mark oder 60.000.- Schweizer Franken, was natürlich völlig utopisch war und ist.
Der Traum war damit erst einmal ein bischen geplatzt, aber in all den Jahren bin ich immer wieder zu " Kramers " Platz gefahren und habe den Wagen in Augenschein genommem und ich habe natürlich angefangen zu planen was Alles gemacht werden muß, um den Wagen zu TÜV'en.
In der zwischenzeit hatte ich angefangen meinen ersten finanzierbaren Oldtimer zu machen, einen Volvo Amazon in Gelb, tief, breit und mit ca. 140 PS, das war ca. 1983. Danach folgten noch ein Buckelvolvo und zwei MG B's, immer speziell und immer schnell.
Im Jahr 1990 kam dann mein erster V8, ein Chevrolet elCamino Baujahr 1968. Von da an stand fest, nie wieder etwas anderes als einen V8. Das Auto war der ideale Einstieg in die V8 Szene, um zu Lernen, für den Hot Rod.
" Ich habe Ihn wirklich nie aus den Augen verloren. "
Erfahrungen in der Szene hatte ich dann auch wirklich genug gesammelt, vor Allem mit Händlern, Profischraubern und Clubs, überall Habgier und Arroganz.
Deswegen mache ich auch Alles selber.
Low Budget heißt meine Philosophie und mein persönlicher Erfolg gibt mir auch recht, obwohl man damit auch keine Pokalgewinner bauen kann, aber wen interessiert's, mich nicht, ich will nur Hot Rod fahren.
Jetzt komme ich aber zum Wesentlichen.
Im Frühjahr 1998 rief mich mein Feund Peter von den American Graffiti US Car Friends an und erzählte mir, dass unter Dortmunder Telefonnummer Einer eine Sammlungsauflösung anbieten würde, unter anderem auch einen 32er Ford.
Ich brauchte da noch nicht einmal anrufen, um zu wissen wer da was anbietet.
Also ich ab ins Auto und sofort zu " Kramer ", der mittlerweile freundlich und Inhaber des " California Käfer Shops " geworden ist.
Herr Kramer hat mich gesehen und wußte sofort warum ich komme. Dementsprechend lief auch die Verhandlung über den Verkauf des Hot Rods, er hat einen Preis genannt und ich habe ohne zu zögern und ohne eine Mark in der Tasche " Ja " gesagt.
Das Auto hatte ich bis dahin schon einige Jahre nicht mehr gesehen und das Wiedersehen war überwältigend, bis auf die Tatsache dass das Auto miserabel eingelagert war und zwischendurch mal ordentlich Wasser gesehen hatte, aber das Potential war immer noch da.
Hier muß ich jetzt einschieben, dass zwischendurch immer wieder auch andere Leute versucht haben das Auto zu kaufen, aber entweder sind sie mit " Kramer " nicht klargekommen oder sie haben das Auto schon an der Tür als Schrotthaufen erkannt.
Bekannt in der Szene wurde die hängende Fahrertür, da wurden allerdings in den 15 Jahren Standzeit nur die Scharniere nicht richtig angeschraubt, was für Fachleute? Gott sei dank !
Ich habe den Wagen dann zu mir gebracht, aufgebockt, die Räder abgeschraubt und die Trommeln abgenommen und siehe da, mit ein paar neuen Dichtgummis war Alles klar. Der Motor lief mit ein bischen Starpilot sofort wieder, also Kurzzeitkennzeichen holen und ab, ach ja, vorher noch eben ein paar Kotflügel bauen, war aber kein Problem und dann ging es wirklich ab, zu den American Graffitis nach Bochum.

Back on the street

 

 

 

 

 

 

 

 

Always running

Anhand der Bilder kann man wohl so ungefähr erkennen mit was ich da so Unterwegs war, aber es hat funktioniert und zwar recht gut, nach all den Jahren. Der Wagen ist zu diesem Zeitpunkt immerhin 66 Jahre alt. Er ist zwischen 1956 und 1963 zum Hot Rod umgebaut worden. Die Erstzulassung als Hot Rod erfolgte im Jahr 1963, also vor 35 Jahren.
Ich muß hier aber noch etwas zum Fahrverhalten sagen, das Ganze fährt wie eine Kutsche nur ohne Pferde und ohne Bremsen, ist schon spektakulär.
Nie wieder was anderes !!!
Im Frühjahr 1999 habe ich dann angefangen den Wagen Fahrbar und TÜV fertig zu machen, war mit den geplanten 4 Monaten aber viel zu optimistisch. Das Problem dabei war im wesentlichen das Alter des Fahrzeugs und der beim Umbau verwendeten Teile. 1956er Motoren sind halt anders als Alle danach oder Ersatzteile für 1940er Ford Truck Trommeln oder eine alte Ford 9" Hinterachse usw. usw. usw., die Firma PAW in den USA und M&F in Essen haben allerdings innerhalb kürzester Zeit Abhilfe geschaffen.
Jetzt ist der Sommer zwar fast vorbei aber der Wagen ist jetzt auch " Fertig ", wozu man sagen muß, dass ein echter Hot Rod niemals fertig wird.
Der Einfacheit halber erfolgt die Zulassung jetzt erst einmal mit einer roten 07er Nummer, was auch wirklich kein Problem darstellt, allerdings ist das endgültige Ziel die Zulassung mit H-Nummer. Dafür muß ich aber erst einmal einen Prüfer finden der sich da ran traut.
Heute ist der 21.08.1999 und der Wagen fährt gut, alles was jetzt noch fehlt ist die Freigabe vom Straßenverkehrsamt und ab gehts.
Jetzt muß ich noch etwas Technisches loswerden, das zielt auch wieder ein bischen auf die Ignoranten ab, die den Wagen als Schrott abgetan haben und immer noch tun, vielleicht aus Neid.
Die Teile, die zum Umbau herangezogen wurden und die technische Ausführung der Umbauten stellen einen sehr hohen Standard der damaligen Zeit dar.
Der Wagen ist trotz der umfangreichen Karosseriearbeieten absolut Spachtelfrei !
Bei dem Motor handelt es sich um einen von 265 ci auf 283 ci aufgebohrten Chevrolet Small Block vom 12.01.1956. Das Innenleben des Motors ist Das eines Corvette Fuelies !
Die Hinterachse ist wahrscheinlich von einem 1957er Ford LTD Station, gekürzt und mit den fettesten, damals verfügbaren Radlagern versehen !
Also Alles real old und real Wertvoll, alles in allem also ein real Schnapp, nicht zu vergessen ist George Harrison von den Beatles als dokumentierter Vorbesitzer, aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Der "Harrison Rod"

Wie auch immer, ich hatte die Chance mir meinen Lebenstraum zu erfüllen und hoffe jetzt damit so viele Kilometer wie möglich zu machen, wer kann das schon von sich sagen?

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